Am “Kliff” wird die Politik neu erfunden – Wenn die Lösung zu spät kommt und Ausnahmen von der Lösung vorab ausgeklüngelt werden

by markusgaertner on 16/11/2012 · 9 comments

IKONE_AMERIKA

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Was Bloomberg gerade berichtet, ist wirklich haarsträubend, auch für Desaster-erprobte Zeitungsleser. Die Verhandlungen über ein gemeinsames Sparpaket zur Umgehung des Kliffs in Washington beginnen heute erst. Die Angst vor einem Kompromiss, der zu spät kommt, wächst.

Doch die Bürgermeister der USA fahren schonmal ihre Lobby-Kompanien in der Hauptstadt auf, um sich Ausnahmen von jenen schmerzhaften Einsparungen genehmigen zu lassen, die da kommen werden.

13 Rathaus-Abgesandte aus dem hoch verschuldeten Hinterland drückten sich am Donnerstag durch die Gänge des Capitols, um ihre leeren Taschen zu zeigen und zu flehen, dass der Hahn in Richtung Kommunen nicht abgedreht wird, wenn Republikaner und Demokraten beschließen, dass ALLE sparen müssen.

Das klingt ein bisschen wie Griechenland: Die versprochenen Reformen, die mühsam auf Erfolg geprüft werden und deren Umsetzung als Prüflatte für weitere Kredittranchen gilt, werden ignoriert, um das, was man sowieso will – dass Geld weiter fließt – zu erreichen.

Potemkin war dagegen einfallslos, der spielte ja für die Galerie etwas vor. Unsere Politiker täuschen sich gleich selbst mit.

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