Spät gestartet, schwach geordert, vom Sturm verweht ? – Die US-Konsumenten können ein mageres Jahr nicht mehr retten

by markusgaertner on 20/11/2012 · 8 comments

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Die New York Times hat vorsorglich schon einmal die Erklärung dafür aufgeschrieben, warum das Weihnachtsgeschäft in den USA 2012 ziemlich in die Hosen gehen wird. Erstens haben so manche Retailer und Hersteller den Launch ihrer Kassenschlager bis nach der Präsidentenwahl vor genau zwei Wochen hinaus gezögert, um optimale Aufmerksamkeit zu bekommen. Obama ist also mindestens teilweise Schuld.

Der zweite Verdächtige in der Vorab-Bilanz ist der Monster-Sturm Sandy, der nicht nur U-Bahn-Schächte in Mahattan flutete, Bankschalter unter Wasser setzte und 10 Mio. Haushalten den Strom raubte. Sandy hat ganz nebenbei auch noch Transportwege für Lieferketten unterbrochen.

Und dann die Einzelhändler. Sie stellen sich in vielen Fällen selbst ein Bein, weil sie in diesen ungewissen Zeiten eine besonders vorsichtige Vorratshaltung betreiben. Sie versuchen nur das für den Verkauf bereit zu halten, was sie mit ziemlicher Sicherheit absetzen können.

Das erlaubt natürlich keine Prognose-Fehler. Sind die Klamotten oder die neuen Computer-Spiele beliebter als gedacht, kann nicht schnell genug Nachschub besorgt werden. Auch das wird den Umsatz mindern. Hinzu kommen die üblichen Verdächtigen: Die Konsumenten selbst, die ihre Ausgaben bereits im Oktober um 0,3% zurück schraubten. Dann der florierende Online-Handel, die Amazon-Attacke, die Rabattschlachten verschärft und die Margen weiter in den Keller treibt.

Und noch ein Belastungsfaktor in der beginnenden Mutter aller Einkaufsschlachten, die diesmal schon am Thanksgiving-Feiertag – also am Donnerstag – beginnt: Wenn sich die streitenden Parteien in Washington bei ihren kniffligen Verhandlungen zum Sparpaket nicht unerwartet schnell einigen – was wohl die realistische Annahme ist – dann dürften die Konsumenten im Vorgriff auf höhere Steuern ihr Geld mehr zurückhalten.

Hier haben wir, was die Amerikaner gerne einen „perfekten Sturm“ nennen. Er bläst den Amerikanern direkt ins Gesicht. Der Sandy der Shopping-Malls ?

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