Abschied vom Outsourcing ? – In den Konzernen beginnt eine Do-it-Yourself-Welle

by markusgaertner on 04/12/2012 · 5 comments

Car suspension

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General Motors stellt Tausende IT-Leute ein. Acer entwickelt erstmals seit 10 Jahren einen Laptop selbst. Die Gucci-Mutter in Frankreich zieht M&A-Deals ohne externe Banken durch. In der Wirtschaft greift ein neues Regime um sich: Die Outsourcing-Welle kehrt sich teilweise um.

Es ist eine Trendwende: Der US-Autoriese General Motors  bringt Tausende von IT-Jobs zurück ins eigene Unternehmen. Sie waren einst ausgelagert worden, um Kosten zu sparen. Nissan  baut den Infinity jetzt doch selbst, anstatt ihn in Österreich von Magna Steyr im Auftrag fertigen zu lassen. Der Computerhersteller Acer  baut mit dem “Aspire S7″ zum ersten Mal seit zehn Jahren einen Laptop komplett im eigenen Haus. Bisher werden 90% aller weltweit verkauften Computer von Firmen in Taiwan entworfen und hergestellt.

Mehr noch: Die französische Mutter von Gucci, PPR, verkaufte unlängst einen Anteil am afrikanischen Distributor CFAO, ohne für die Abwicklung eine Investmentbank zu beauftragen. Die eigene Finanzabteilung der Franzosen übernahm stattdessen die Betreuung des Deals. In der Industrie zeichnet sich ein Trend zum Do-it-yourself ab. Immer mehr Funktionen werden zurück ins Mutterhaus geholt. Aufgaben werden lieber selbst erledigt, anstatt sie an Lieferanten, Ingenieurbüros oder externe Finanzdienstleister zu vergeben.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von Überkapazitäten in der Autobranche, über verkürzte Modellzyklen und die wachsende Bedeutung von Innovationen in der Computerbranche, bis hin zur kritischen Rolle, die Software erreicht hat.

Es beginnt bei automatisch arbeitenden Scheibenwischern, deren Einsatz von den Herstellern gemessen und zu einem Wetterdienst zusammengefasst werden kann, bis hin zu Apps von Smartphones, aus denen das Kaufverhalten von Kunden analysiert werden kann, um wertvolle Daten für weitere Geschäftsfelder zu gewinnen.

All das wollen Smartphone-Hersteller nicht länger externen Programmierern überlassen, um die Kontrolle über die Verwertung zu behalten und die Weiterentwicklung zu beschleunigen. – Mehr dazu in meinem heutigen Bericht im Manager Magazin Online …

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MCD December 4, 2012 at 19:19

>>>Aufgaben werden lieber selbst erledigt, anstatt sie an Lieferanten, Ingenieurbüros oder externe Finanzdienstleister zu vergeben.

Da werden viele, viele Leute überflüssig!

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die Simpsons December 4, 2012 at 19:40

Der Schritt ist überfällig und die vielen Unternehmensberatungen und Dienstleister sind in der Tat überflüssig. Kann man nur hoffen, dass es McKinsey und Co zerlegt. Die hinterlassen meistens nur verbrannte Erde und sind viel zu teuer. Die kommen doch nur an die dicken Aufträge weil sie gut vernetzt sind. Kein Unternehmer würde für diesen Unsinn Geld ausgeben, es sei denn man ist Manager oder Unternehmensberater.
Bleibt die Hoffnung, dass die verlorene Unternehmenskultur wieder zurückkehrt und das Schmarotzertum ausgedient hat. Ehrliche Arbeit muss wieder honoriert werden.

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Achim December 4, 2012 at 21:55

Wesentlichen Einfluss bei den Automobilherstellern bildet auch die Entwicklungssoftware, welche auf empirischen Werten der Hersteller basiert. Man wäre schon blöd, wenn man diese Erfahrungswerte Dritten zugänglich machen würde.

Gruß
Achim

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holyowly December 4, 2012 at 23:27

Ich finde diesen Schritt nötig und wichtig und begrüße diese Entwicklung.
Mit dem Outsourcing wurden nicht nur Billigarbeitsplätze gefördert sondern leider auch eine Menge Kompetenzen abgegeben. Durch mangelhafte Kommunikation und fehlende Kontrolle gingen sowohl Wissen als auch finanzielle Mittel verloren.
Durch die negativen betrieblichen Auswirkungen des Outsourcing wurden die evtl. finanziellen Einsparungen komplett aufgewogen.
Es ist wirklich Zeit, Kompetenzen wieder kompakt zu konzentrieren und aus Jobs wieder qualifizierte Arbeitsplätze zu machen.

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Raus aus Deutschland December 5, 2012 at 08:59

Sehr guter Bericht im Manager Magazin Markus!

Eine sehr interessante und positive Entwicklung.
Die Firmen scheinen zu merken wieviel Innovation UND Know-How verloren geht dann das gerade die Asiaten gerne kopieren hat sich wohl herum gesprochen.

Lange hat es gedauert!

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