Der Truck-Indikator weist für die US-Wirtschaft nach oben

by markusgaertner on 03/07/2013 · 23 comments

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Der US-Automarkt brummt weiter. Nach dem erfreulichen Juni erwarten die großen Hersteller in den USA für dieses Jahr einen PKW-Absatz zwischen 15,5 und 16 Mio.

Das ist Vorkrisen-Niveau und eine Nachricht, die nicht erst beschönigt werden muss. Vor allem der Absatz der Pickup Trucks floriert. Das sind die Dinger, auf denen Handwerker ihr Werkzeug transportieren, auf denen Baufirmen Sand oder Holz hin und her fahren, oder Mittelständler ihr Gerät transportieren.

Damit sind diese Trucks ein guter Indikator, wie es um die US-Konjunktur wirklich steht. Demnach riecht es nach einer Erholung. Die Autos der F-150-Serie von Ford legten im Juni um 20% zu. Das war der beste Juni-Absatz seit 2005. Von Januar bis Juni ist dies zudem das beste erste Halbjahr seit 2006.

Ich mag diese Benzinschlucker nicht sonderlich, sie drängeln hier in Vancouver – und auf den US-Pisten – oft. Und an der Ampel in der Spur nebenan sehen sie aus wie die männliche Form der Brusterweiterung. Aber sie sind als statistische Ergänzung zur Lage der Konjunktur unverdächtig.

Dazu eine Grafik von Bespoke Investments

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Joker July 3, 2013 at 07:11

Hmmmmh….

Der Indikator isoliert ist sicher unverdaechtig, nur sein “Ausschlag” in einem System, das so komplett manipuliert ist wie das weltweite Finanzsystem? Die Annahmen, auf denen der Indikator Wachstum signalisiert, gelten im Moment nicht – und machen alle Altindikatoren m.E. relativ wertlos. Oder mussten Sie mal unbedingt was Positives schreiben? :-) ))

Ich wundere mich schon eine Weile, warum wir nicht mehr Inflation haben, und heute hat zerohedge eine sehr logische Erklaerung geliefert. Die FED sitzt auf 1.9 Trilliarden Dollar Einlagen von Banken, die sie verzinst. Heisst uebersetzt: Viel von QE ist nie in der Realwirtschaft angekommen.
Jetzt sind diverse Gedankenspiele moeglich, zum einen, wenn die Zinsen steigen (wuerden) oder die FED die Einlagezinsen auf null setzt, waere ein Effekt, dass die Banken mehr von dem Geld, im Zweifel ruckartig, in Umlauf bringen wuerden. [es gibt genuegend verzweifelte Mittelstaendler rund um den Globus, und das naechste Schattenbankensystem, unreguliert, entsteht gerade, aber das nur so nebenbei]. Gleichzeitig kriegt der Bondmarkt ziemlich einen ab, weil die Kurse fuer Niedrigzinsanleihen sinken – nur: viele von diesen werden von Banken nicht m-t-m’d, sondern zu AnK gehalten – die “Verluste” wuerden sich in Grenzen halten, zumindest kurzfristig.
Unverhersehbar, insbesondere weil keiner abschaetzen kann, inweiweit der Derivatemarkt, (grosse Teile Zinsderivate) reagieren wuerde.
Nee, es ist noch nicht vorbei. Es kommt erst noch. Und so dick, wie wir uns es alle nicht vorstellen. (wollen)

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Marco July 3, 2013 at 13:00

“Oder mussten Sie mal unbedingt was Positives schreiben? ))”
Markus ist wohl wein Antizykler. Wenn der Mainstream die Erholung über den grünen Klee lobt, dann kommen hier die guten Gegenargumente. Und heute ist es halt mal anders herum. Der Mainstream schreibt in großen Lettern, dass die Euro-Krise zurück ist.
Z. B. hier:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/angst-um-portugal-die-euro-krise-kehrt-zurueck/8440820.html

Da sind einzelne Indikatoren für einen stärkeren Aufschwung in den USA doch wieder mal ein schönes Gegengewicht, oder ;-)

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Joker July 3, 2013 at 07:12
paernu July 3, 2013 at 07:18

Verstehe eines nicht, wenn die meissten Daten in den USA auf schwache Wirtschaft hinwesien.

Warum werden soviele Autos gekauft? Gibt es da eien Sonderförderung?

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andreas ludwig July 3, 2013 at 07:48

Der liebe Herr Gärtner schreibt das mit Absicht positiv. Er will mal schauen ob dieser leichte Optimismus dazu beiträgt am Morgen den DAX steigen zu lassen. Leider ist er gefallen. Was in Amerika die Autos, sind es in Deutschland die Einfamilienhäuser. Wie Pilze schiessen sie aus dem Boden. Wenn die Zinsen steigen, sehe ich schon die Leiterwagen in unserem Gebiet vor fahren. Gezogen von den Bewohnern. Ikea dropp und ab die Post. Aber erst im Jahr 23. Da zehn Jahre fest. Vielleicht auch schon früher. Da ausser Automobil nichts mehr geht. Wenn man mit den Leuten ins Gespräch kommt, machen alle die Lage an den Automobilwerken fest. Mensch Andi, bei Audi brummt es. Ganz Deutschland orientiert sich an die 4 Hersteller. Umfeld ? Hä? Was meinst du ? Wir sind durch Jahrelange Manipulation der Medien so auf Export getrimmt, das es weh tut.

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wolfswurt July 3, 2013 at 08:00

VW Werk in Emden drosselt Passat Produktion und schickt 570 Leiharbeiter nach Wolfsburg. Vermutlich die Hallen fegen.
Schäfler entläßt 750 Leute in Wuppertal die im Wälzlager für die Autoindustrie arbeiten.
Von Salzgitter, Siemens usw.usw. erst garnicht anfangen.

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die Simpsons July 3, 2013 at 11:01

Markus wollte uns heute morgen einem Intelligenztest unterziehen. Ganu so doof ist Deutschland noch nicht. Es gibt also Gund zur Hoffnung. Und so nebenbei schmieren die Neu-Zulassungen in Holland ab. -53,6% im Juni zum Vorjahresmonat.
Quelle: http://www.querschuesse.de/niederlande-pkw-neuzulassungen-mit-536/

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Der Schoeneberger July 3, 2013 at 09:04

Diese Fahrzeuge sind das Rückrad des US-amerikanischen Kleingewerbes. Ohne die läuft nix. die Dinger haben auch nur eine begrenzte Fahrleistung und Lebenserwartung. Da ist nix mit Aufschwüng. Würde sagen: pure Ersatzbeschaffung. Das Vorkrisenniveau wurde nicht wieder erreicht. Die Jungs kaufen neue Karren, aber nur weil es nicht mehr anders geht.

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Till July 3, 2013 at 09:46

Mit den Dingern kann man auch Wirtschaft machen? Bei meinem letzten US-Urlaub habe ich auf dem platten Land die Dinger meist leer rumfahren sehen, oder sie haben ein paar Gebrauchsgüter auf der Piste verteilt (da jeder den Kram da nur hinten reinwirft).

Ein paar waren in der Landwirtschaft verwendet, zugegeben, und ab und an einer mal für einen Hausmeisterservice (aber eher selten).

Die sind doch für Handwerker total unpraktisch, es regnet hinten rein(viel Spaß für einen Elektriker…) und die Ladekante ist superhoch (ich will da nicht Material rauswuchten), eher was für Farmer die ihre Wirtschaftswege damit bei schlechtem Wetter befahren können.

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Tom (Texas) July 3, 2013 at 15:47

Ich denke, ich sollte da jetzt auch mal meinen Senf dazugeben:

Die allerwenigsten Pickups werden als Nutzfahrzeuge eingesetzt. Und die Kleingewerbe gehen gerade reihenweise in die Knie.
Jedes Auto hat begrenzte Fahrleistung und Lebenserwartung, bei nem 8Zylinder Truck mit 5.7 Liter Hubraum, der mit max. 1500 RpM durch die Gegend zuckelt, dürfte die Laufleistung wesentlich höher liegen, als bei nem Golf, der sich die meiste Zeit die Reifen an Ampeln platt steht.
Ich kenne die landesweiten Verkaufsaktionen nicht, in unserer gegend gab es kürzlich die sogenannten “Truckwochen”, wo man neue Pickups ( auch andere als den Ford F150) förmlich hinterhergeschmissen bekam. Schade, dass ich die Werbeprospekte allesamt entsorgt habe und deswegen die Angebotsdetails nicht mehr wirklich nachvollziehen kann. Auf jeden Fall waren die Preisnachlässe gigantisch. Wenn auch nicht ganz so extrem wie 2009/2010: Damals bekam man beim Kauf eines Pickup einen Wagen der Kompaktklasse kostenlos dazu, z.B. einen PT Cruiser.

Gruss
Tom

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Ert July 3, 2013 at 18:08

@Tom

In D soll Opel aktuell bis zu 50% Rabatt geben auf neue 2012er Modelle. Ja, wichtig ist am ende nur die Rendite die die Autokonzerne und die Verkaufskette erlösen kann. Und noch wichtiger ist, das Sie Liquidität haben – dann geht es auch mal ohne Gewinne.

Ich blick aktuell durch die ganzen Nachrichten nicht mehr durch. Alles, u.a. in China läuft Hopploa-Di-Hopp, mal so, morgen so, dann wieder anders… Nur auf Europa wird (zurecht) gebaescht, wobei sich D immer noch verzweifelt gut hält.

Sind die Verkäufe deiner Meinung nach Ersatzkäufe? Also lieber ein neues Auto und erst einmal Garantie, keine kostenpflichtigen Reparaturen, keine Reifen kaufen, etc. pp so das viele am ende billiger pro Monat raus kommen? Oder spielt das für die US Konsumenten eher eine untergeordnete Rolle?

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Tom (Texas) July 3, 2013 at 19:25

Also ich geh mal von Ersatzbeschaffungen aus. Wenn ich mich so in der Subdivision vor den Häusern meiner Nachbarn so umschaue, haben so einige die alte Kiste eingetauscht. Die Gründe dafùr sind nicht wirklich ersichtlich, aber die Mischung aus Rabatten, Rekordpreise für die Trade-ins und geringere Wartungskosten wird wohl den Ausschlag geben.

Mir ist nach wie vor unklar, wieso die Verkaufszahlen von Trucks ein Indikator für nen Aufschwung sein sollen. Für mich sieht es ringsum ( bis auf wenige Ausnahmen) eher umgekehrt aus. Die Malls sind leer, die Umsätze sind grausig, in Restaurants, wo man früher bis zu einer Stunde anstehen musste, bekommt man sofort nen Platz usw. usw.

Gruss
Tom

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vlk July 3, 2013 at 12:23

Villarriba und Villabajo

Ford verlegt die Produktion des C-Max von Spanien nach Saarlouis….
in Spanien feiern sie warscheinlich nun…

Die Konsequenz ??
Wieder mehr Arbeitslose in Spanien…ein paar mehr Arbeitsplätze in Deutschland.

Und warscheinlich viele weitere Mrd. Hilfskredite der EU an Spanien zum Aufbau einer Industrie..

Merkt eigentlich jemand den Nonsens noch ??

Heiko Maas (SPD) kündigte an, dass sein Ministerium die Investitionspläne von Ford mit Hilfe der Förderinstrumente des Landes unterstützen werde.

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Andreas Ludwig July 3, 2013 at 14:20

naja…gestern habe ich ja gesagt im Herbst…kommt schon früher.
Nr1 Portugal
Nr2 Griechenland
Nr.3 Deutsche Bank runter gestuft
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/angst-um-portugal-die-euro-krise-kehrt-zurueck/8440820.html
Das Handelsblatt hat doch tatsächlich gemerkt, das die Krise nur zugeschüttet wurde…kompliment….für das schnell denken…

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die Simpsons July 3, 2013 at 16:27

Ein Trend der sich verstärken wird; immer mehr haben von der westlichen Dekadenz die Schnauze voll:
Westliche Webnutzer zeigen immer mehr Sympathie für Putin – britischer Journalist
http://de.rian.ru/opinion/20130703/266419925.html

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dank July 3, 2013 at 16:31

Und nur mal so zufällig ein “ganz anderes” Thema nebenbei:
http://www.n-tv.de/panorama/Russische-Rakete-explodiert-beim-Start-article10918806.html

“…- so merkwürdig sich das aus meinem Mund auch anhören mag”, sagte Putin wenige Stunden später.

Ups…

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die Simpsons July 3, 2013 at 16:56

Die amerikanische Regierung tötet Menschen wie es Ihnen beliebt und handelt selbstverständlich gegen das Völkerrecht. Angeblich sind es Terroristen. Für die USA besteht die ganze Welt aus Terroristen. Mindestens 16 Tote.
http://german.irib.ir/nachrichten/item/222999-mindestens-16-tote-bei-us-luftangriffe-auf-ein-geb%C3%A4ude-in-nord-wazirestan
Was ist da schon dass bißchen Weltraumschrott. Das größte und brutalste Terrormanagement geht von den USA aus. Wie propheizt Irlmaier:
1. Zuerst kommt ein Wohlstand wie noch nie.
2. Dann folgt ein Glaubensabfall wie nie zuvor.
3. Darauf eine nie dagewesene Sittenverderbnis.
4. Alsdann kommt eine große Zahl Fremder ins Land.
5. Es herrscht eine hohe Inflation. Das Geld verliert mehr und mehr an Wert.
6. Bald darauf folgt die Revolution.
7. Dann überfallen die Russen über Nacht den Westen.

Punkt 4 ist noch nicht abgeschlossen; da kommt noch einiges und Punkt 5 kommt nach der BTW. Das ist meine persönliche Meinung.
Punkt 6 und 7 dauert noch ein wenig. Ich hoffe natürlich, dass Irlmaier sich in Punkt 7 getäuscht hat. Aber so wie der Westen seinen Raubtierkapitalismus der ganzen Welt aufdrängen und die Länder ausbeuten will, könnte aus einem verständlichen und nachvollziehbaren Verteidigungskrieg Russlands auch eines schönen Tages durchaus ein Angriffskrieg werden.

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Stiller Beobachter July 3, 2013 at 18:10

Da “leide” ich lieber unter westlichem Raubtierkapitalismus und werde von den Amerikanern oder Briten oder vom BND ausspioniert als unter russischen oder chinesischen Bedingungen leben zu müssen. Wer das mag kann gerne hin, die Türen stehen ja weit offen.
Ich lese diesen Blog hier sehr gerne, auch die Kommentare. Aber sind wir mal ehrlich, wir sitzen doch alle auf einem hohen Roß und haben nur Angst das sich die Zukunft für uns schlechter entwickeln könnte. Aber es wird nur schlechter wenns einem vorher besser geht. Die Einen investieren in Edelmetalle, andere in Grund und Boden um dann ihre Ernte verteidigen zu müssen…wieder andere investieren in Immobilien. Es ist alles spekulativ und kaum absehbar wie sich was entwickeln, und welches System sich durchsetzen wird. Man braucht nicht glauben das auf der einen Seite weniger gelogen und betrogen wird als auf der anderen Seite. Ich sehe der Zukunft gelassen entgegen. Wer heute besser gestellt ist als der Rest der Gesellschaft wirds in aller Regel auch in Zukunft sein. Und wenn ich mich umsehe gehts vielen doch eh noch sehr (zu) gut. Wer sich Sorgen um sein Vermögen macht hat doch eigentlich vom System profitiert. Muss man dann jetzt Angst haben zukünftig nicht mehr profitieren zu können oder sind sich manche einfach nur unsicher wie sie auch weiterhin vom System (welches auch kommen mag) profitieren sollen?
Ich lese in den Kommentaren sehr oft Kritik am System oder an Systemen.
Muss man sich nicht eher Gedanken machen wie man seine offensichtliche Abhängigkeit von Systemen eindämmen kann? ;)
Ich bin selbständig, Unternehmer die ich kenne bauen momentan wie die Weltmeister oder leisten sich Fahrzeuge die sie normal nie fahren würden mit den Argumenten “wer jetzt nicht baut ist selbst Schuld” oder “die Rabatte sind der Wahnsinn!”. Aber braucht man das denn alles?
Der Truck Indikator wiederspiegelt genau das. Der “ich brauche” Effekt ist immernoch vorhanden und somit ist der Indikator doch auch wohl ein positives Signal weil die Masse immernoch “funktioniert”. Ob die Kisten mit 35% Rabatt und 72 Monaten Finanzierung verscherbelt werden interessiert ja kaum einen. Diesem “haben” Indikator kann man auch im täglichen Leben begegnen wenn man sich mit den Menschen ein wenig beschäftigt.

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die Simpsons July 3, 2013 at 19:11

Mit der Geisteshaltung kann ich nur kurz und knapp erwidern: Gute Nacht Deutschland

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Thomas Bergmann July 3, 2013 at 20:10

Haben Sie sich das selbst ausgedacht,oder bekommt man als bezahlter EU Troller die Texte vorgegeben?

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andreas ludwig July 3, 2013 at 17:28

@simpsons
bis de russe kommen dauert dat noch. Vorher gibt et wat anderes. Damit werden alle noch viel zu tun bekommen. Aber so lange min Nachbar noch sinne SLK mit 300 PS mit 70 durch de 30er fährt is de Welt noch in Ordnung. Un de Sprit noch zu günstig. Überhaupt isset hier noch so kuschelich friedlich. Die Vögel vögeln so rum, die Alten rentnern nach Malle, de Strom kommt noch, de Rente is pünktlich, de Kehrwoche läuft noch, aber de Edeka macht Verluste. De Schuhladen is zu, überhaupt sind de Geschäfte im Ort weniger geworden. Eine Druckerei mit 150 Mann in de Pleite, de Döner Türke kotzt auch nur rum weil nix mehr geht und alles so teuer ist. Aber in die Türkei zurück will er auch nicht, alles in allem läuft der Ort mit 7500 Einwohnern beschaulich vor sich hin. Wenn nix geht, aber dat geht. Kik der Textildiscount…..

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die Simpsons July 3, 2013 at 19:12

Denke an die Neptunbotschaft!

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andreas ludwig July 3, 2013 at 18:01

Die Ägypter sind schon knochenhart. Jetzt hauen sie schon den zweiten in die Tonne. Wir sitzen schon 8 Jahre die Bande in Berlin ab….

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