Der US-Immobilienmarkt – Hoffnungsschimmer, oder Fata Morgana ?

by markusgaertner on 04/07/2013 · 3 comments

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Ich will hier keine neue Inflation-Deflation-Debatte anzetteln, aber in den USA sieht das Gesamtbild im Augenblick so aus: Rückläufiger Preisauftrieb, nachlassendes Kreditwachstum und und langsame Zuwächse bei den Einkommen. Die Hoffnungen der unverbesserlichen Optimisten ruhen immer stärker auf dem Immobilienmarkt.

Die Zahlen für das erste Quartal am Wohnungsmarkt schüren solche Hoffnungen, obgleich ich sie für übertrieben halte, weil der Markt verzerrt wird: Durch Minizinsen, durch aktive Investoren aus Übersee, die im Vergleich zu 2008 stark gesunkenen Preise, und durch die enormen Aufkäufe der Fed von hypotheken-besicherten Wertpapieren.

Die Zahl der Neubauten stieg im Mai auf Jahresbasis um 28,6%. Die Genehmigungen kletterten 22,2%. Die Neubauten haben seit dem Tief Anfang 2009 um satte 91% zugelegt. Der April hat die größte annualisierte Zunahme in 7 Jahren beschert.

Die Fed baut auf den von ihr propagierten Wohlstands-Effekt erholter Häuserpreise und freut sich, dass immer mehr Hypothekenkunden nicht mehr unter Wasser sind. Ihr Hauswert ist jetzt also wieder größer als die Schulden gegenüber der Bank.

Das Nettovermögen der US-Haushalte stieg laut den US-Geldhütern im 1. Quartal um 10% (gegenüber Vorjahr). Seit dem Tief vor 4 Jahren beträgt der Zuwachs 35%.

Laut dem Immo-Dienstleister CoreLogic tauchten im 1. Quartal 2013 satte 850,000 Hausbesitzer wieder aus dem Wasser auf. Die Zahl der Wohn-Immobilien unter Wasser sank von 10,5 Mio. auf 9,7 Mio.

Doch wie lange hält diese “Erholung” an ? Und wann kommt sie in der breiten Wirtschaft an ?

Der Hebel, mit dem der Immobilienmarkt positiv auf die Gesamtkonjunktur einwirken kann, ist seit Ende 2005 deutlich kleiner geworden: Von 6,3% des BIP auf 2,2% im 3. Quartal 2011 und auf 2,7% im 1. Quartal 2013.

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